Portwein - Warre´s

Warre's ist über 300 Jahre alt und damit das älteste aller britischen Portwein- Häuser.
Als Pionier in der Herstellung von Portwein hat Warre's einen bedeutenden Beitrag zur Geschichte des Portwein- Handels seit Beginn des 18.Jahrhunderts geleistet.
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Die historischen Wurzeln des Portwein-Handels gehen zurück auf den Vertrag von Windsor aus dem Jahr 1386. Dieser war eine spezielle Vereinbarung zwischen England und Portugal auf militärischer, wirtschaftlicher und politischer Grundlage. Dieser Vertrag wurde 1662 nochmals bestätigt durch die Hochzeit von Charles II. und Katharina von Bragança.

1670, im Gründungsjahr von Warre's, verschlechterten sich die Beziehungen zwischen England und Frankreich, woraufhin England ein Embargo auf französische Weine verhängte. Der Firmengründer war seinerzeit im Norden Portugals in der Stadt Viana do Castelo ansässig und handelte mit englischen Wollwaren. Diese tauschte er gegen heimische Weine, um sie in England zu verkaufen.
Der Kriegsausbruch im Jahr 1689 verstärkte die Nachfrage nach portugiesischen Weinen, wodurch viele Händler, einschließlich Warre, gezwungen waren, neue Anbaugebiete zu erschließen. Man entschloss sich zur Erkundung der Douro- Region, einem Gebiet, welches bekannt war für seine vorzüglichen dunklen tanningeprägten Weine.

Der Methuen- Vertrag von 1703 bestätigte, dass England Portugal im Krieg gegen Spanien verteidigen würde. Ferner wurde eine bevorzugte Behandlung für englische Textilien in Portugal vereinbart. Im Gegenzug erhielten portugiesische Weine Zollvorteile für den englischen Markt.
Daraufhin sanken die traditionellen Einfuhrmengen französischer Weine deutlich, während die Einfuhrmengen portugiesischer Weine entsprechend zunahmen.
Die Erschließung der Douro Region gestaltete sich sehr schwierig, da es keine Straßen über die Berge gab und der Fluss zu schweren Überschwemmungen neigte.
Nach der Erschließung richtete sich die Aufmerksamkeit auf die Verbesserung der Weine. Das Terroir wurde nach und nach verstanden, durchdacht und die menschliche Komponente verfeinert. Im Ergebnis gewann die Qualität der Weine.

Geschichte

1700

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Obwohl es 1678 in einem Kloster in Lamego bereits die ersten sichtbaren Beweise für eine Anreicherung des Weins gab, fügten die meisten Händler dem Wein noch keinen Brandy hinzu. Gelegentlich wurde dies nur versuchsweise vorgenommen, um den Wein für die lange Reise an seinen Bestimmungsort haltbarer zu machen.

Im Jahr 1729 ließ sich das erste Mitglied der Familie Warre in Porto nieder. Es war William Warre, geboren 1706 in Fort St. George in Madras /Indien. Er wurde Partner in der Firma, die von nun an firmierte als Clarke, Thornton und Warre.
William Warre war der erste ortsansässige Brite, der Land in Vila Nova da Gaia erworben hat. Am südlichen Douro- Ufer gelegen, direkt gegenüber von Porto, trafen dort die Schiffe aus dem Douro-Tal ein, mit ihren Schiffsladungen voller Wein.
Später siedelten sich dort auch die anderen Portwein- Häuser an.

Während dieser Zeit litt die Douro-Region an Überproduktion, die zu einem dramatischen Rückgang der Preise führte.
Der Marques de Pombal, Ministerpräsident in dieser Zeit, trat 1756 für die Sicherung der Existenz der Winzer im Douro-Tal ein und gründete die „ Real Companhia“, ein Staatsmonopol, welches die englischen Portwein-Händler aber vom Handel ausschloss.
Dieser Aktion folgte ein blutiger Aufruhr in den Straßen von Porto, der im Wesentlichen von den dort ansässigen Briten ausging.
Daraufhin wurde eine Reihe von Maßnahmen umgesetzt zur Regulierung der Produktion von Portwein. Es wurden Grenzen ausgearbeitet, und nur innerhalb dieser Grenzen durfte Portwein angebaut werden.
Die älteste geschützte Herkunftsbezeichnung entstand.
Die „Real Companhia“ verlor schließlich ihr Monopol im Jahr 1777.
Die Weinbau- Region erstreckte sich zu jener Zeit rund um Regua und nicht viel weiter als bis nach Pinhão, mit Ausnahme der Quinta de Roriz.

 

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Die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts war geprägt von dem Wachstum der Portwein-Häuser.

Bis dahin war Portwein nur im Fass erhältlich.
Die Erfindung der Flasche erhöhte den Absatz. Da die Flaschen immer zylindrischer wurden, war es nun möglich, im Keller die Flaschen horizontal zu lagern.

1800

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1809 marschierten die Franzosen ein in Porto und konnten erst 3 Monate später von Sir Arthur Wellesley, dem späteren Herzog von Wellington, zurückgedrängt werden. Der Krieg dauerte insgesamt bis 1811. Während dieser Zeit wurden der Herzog und seine Offiziere gut mit versorgt. Daraus ergaben sich lebenslange Verbindungen.
William Warre, der Neffe des Senior-Partners in Warre & Co, war der britischen Armee 1803 beigetreten. Er hatte eine sehr erfolgreiche Karriere und erreichte den Rang eines Lieutenant- General und wurde durch den König von Portugal mit Orden ausgezeichnet. In einem seiner Port Briefe an seinen Vater erwähnte er während des Krieges, dass der Herzog von Wellington ein guter Port-Genießer war und oft Warre's Port bestellte.
Der Portwein- Handel blühte in der Mitte des 19. Jahrhunderts und erreichte eine Produktion mit über 100.000 Pipes (= 550l- Fass), von denen 25% nach Großbritannien exportiert wurden. Alle Ebenen der Gesellschaft tranken diesen Wein, ob jung oder alt, und oft als Glühwein.
Zu dieser Zeit begann die Praxis der Vintage- Deklaration in außergewöhnlichen Jahren. Daraufhin begannen die Auktionshäuser den Handel mit diesen Weinen, da sich herausgestellt hatte, dass diese einen wunderbaren Charakter gewinnen, wenn sie in der Flasche reifen.

1848

1848 trat erstmals der Pilz Oidium im Douro-Tal auf und begann schnell, erhebliche negative Auswirkungen auf die Qualität der Weine zu haben.
Der verheerende Befall durch die parasitäre Reblaus in den 1870er Jahren hatte noch schlimmere Auswirkungen. Er führte dazu, dass viele Weinberge einfach aufgegeben wurden.
Die Wiederbepflanzung der Weinberge begann erst im Jahr 1883 mit reblausresistenten amerikanischen Setzstämmen. Der Portwein Handel genoss bereits wieder eine weitere Periode mit ermutigenden Verkaufsergebnissen.
Brasilien hatte sich zu diesem Zeitpunkt zu einem wichtigen Markt entwickelt, mit einem Absatz von über 20.000 Pipes (=550l- Fass). Dies stärkte die finanzielle Lage einiger Produzenten sehr. Ein solcher Unternehmer war George Acheson Warre, zu der Zeit Önologe bei Silva & Cosens (Dow's Port). Er kaufte drei wichtige Quintas und war einer der ersten Portwein- Hersteller, die im Douro-Tal direkt investierten.
In dieser Zeit wurde Andrew James Symington - ein Schotte, der 1882 nach Porto kam - Partner in der Firma Warre & Co und arbeitete danach gemeinsam mit den Mitgliedern der Familie Warre .

1900

Politische Instabilität prägte Portugal bis weit in die 20er Jahre. Doch der Portwein- Handel war gesichert durch einen Vertrag zwischen Großbritannien und Portugal aus dem Jahr 1916. Dieser verbot die Einfuhr von Portwein, es sei denn, er kam aus Portugal. Die Herkunftsbezeichnung von Portwein wurde damit gefestigt. Die Liefermenge nach Großbritannien stieg deutlich dank der dortigen Popularität des Getränkes "Port und Zitrone" und erreichte die Marke von 70.000 Pipes (=550l-Fass) im Jahr 1918. Dies entspricht mehr als 4 Millionen Kisten. Obwohl Portugal weitgehend unbeschadet die Weltwirtschaftskrise der Jahre 1929 - 1931 überstanden hatte, sanken bereits die Ausfuhrmengen im Portweinhandel.

1933

Die Mode wandelte sich. Der Trend ging jetzt in Richtung Sherry und Cocktails.
1933 gründete die portugiesische Regierung einerseits die staatliche Regulierungsbehörde „Instituto de Vinho do Porto“ (IVP), und andererseits die „Casa do Douro“ als Winzervereinigung sowie die Exporteursvereinigung.
Diese Einrichtungen, unter dem Vorsitz des IVP, blieben bis heute, mit Ausnahme der Casa do Douro, dessen Befugnisse 1990 stark eingeschränkt wurden.
Dies führte zu einem Aufschwung in den 30er Jahren, der auch getragen wurde von der Aufhebung der Prohibition in den USA und dem großen Konsum kostengünstiger Tawny Ports in Frankreich. Aber der Zweite Weltkrieg brachte den Handel zu einem Stillstand. Die Lieferungen sanken auf 11.000 Pipes (= 550l- Fass) im Jahr 1942. Das war sie kleinste Menge, die jemals in einem Jahr verkauft wurde.
Dies traf einige Hersteller hart und wurde noch verschlimmert durch die Einführung des so genannten "Lei do Terco" ("Gesetz der Drei") im Jahr 1959. Nun durfte jeder Portwein-Hersteller nur noch ein Drittel seiner Vorräte in einem Jahr verkaufen. Diese erzeugte eine enorme finanzielle Belastung für die Handelshäuser und viele mussten entweder schließen oder fusionieren. In dieser Zeit veräußerte die Warre Familie ihre restlichen Anteile an ihren Partner, die Symingtons.
Die 60er Jahre waren überschattet durch den Guerilla-Krieg in Portugals Kolonien in Afrika. Dies führte zu einer großen Belastung der Ressourcen des Landes. Junge Männer mussten entweder kämpfen, oder sie emigrierten, um dem Militärdienst zu entgehen. Dies hatte eine sehr negative Auswirkung auf die Weinherstellung im Douro. Der Großteil des Portweins wurde bis dahin personalintensiv in den traditionellen Steinbecken gepresst. Der Mangel an Arbeitskräften in der Douro- Region zwang viele Produzenten zur Entwicklung alternativer Methoden für die Herstellung von Port. Das erfolgreichste unter ihnen war das „Autovinificationssystem“, mit welchem derzeit bis zu 80 % der gesamten Portwein-Produktion hergestellt wird.
Als am 25. April 1974 Panzer durch Lissabon rollten, stiegen aber bereits wieder die Absatzzahlen. Erfolgreiche Vintage- Deklarationen in den Jahren 1963, 1966 und 1970 machten die Hersteller zuversichtlich. Eine sehr schwierige Zeit folgte, in der das Land versuchte, sich von den Nachwirkungen des Salazar- Regimes zu erholen. Zeitweise kursierten Gerüchte, dass die gesamte Portwein- Branche verstaatlicht werden soll. Dies wurde jedoch zum Glück nie umgesetzt.

1976 erhielt Portugal eine neue demokratisch gewählte sozialistische Regierung unter Ministerpräsident Dr. Mario Soares. Portugals volle Mitgliedschaft in der EU im Jahr 1986 beschleunigte das Tempo des Wandels. Ein Gesetz wurde eingeführt,

Vintage

2003

Warre's erster Vintage mit Weinen aus den Robotic-Lagares, welche die Familie Symington auf der Quinta da Cavadinha installierte. Ein Wein mit immenser Finesse und Eleganz. Er zeigt alle Kennzeichen eines großen Warre´s Vintage.

"Dieser große Vintage erreicht erst nach mindestens 15 bis 20 Jahre in der Flasche seine optimale Reife. Für die Genießer junger Vintage Ports empfiehlt es sich, sie nach 4 bis 5 Jahren zu genießen.“
Wine Spectator Online, James Sucking

"Sehr weinig und tanninhaltig, aber die Tannine sein fein und seidig. Voll, körperreich und mittel- süß zeigt er Finesse und Körper".


Dieser Vintage zeigt bereits deutlich die wunderbaren Charakteristiken der Flaschenreifung. Er ist schon in bester Trinkqualität, entwickelt sich aber noch weiter in den nächsten Jahren. Gewürze sind in beeindruckender Weise präsent.

Ein großer Jahrgang, wie der 1963er.

Robert Parker,
94+ Punkte
“Einer der besten Warre’s Vintage Ports die ich je verkostet habe. Dieser undurchsichtige lilafarbene Wein im trockneren Stil ist extrem körperreich, vollmundig und von großer Reinheit.
Die Tannine und der Alkohol sind gut integriert. Er beeindruckt durch seine Länge. Beachten Sie bitte den reichen pfefferigen Lakritz- Duft, den aromatischen Duft der Himbeere und die Aromen der schwarzen Früchte. Dies ist ein wunderbares Beispiel für Warre´s Vintage Port.”

James Suckling, Wine Spectator,
95 von 100 Punkten
"Eine große Überraschung für diesen Jahrgang. Er zeigt eine fabelhafte Konzentration, einen komplexen Charakter und viele Schichten von süßen Früchten, Schokolade und Kirsch-Aromen. Körperreich, mit samtigen Tanninen und einem langen Finish. Ein wunderbarer Vintage".

Zwei oder drei Mal pro Jahrzehnt sind die Weine durchgängig von solch hoher Qualität, sodass Warre´s einen Vintage deklariert.
Sobald solch ein Wein verfügbar ist wird, er sicher zu einem der Marktführer auf seinem Gebiet. Warre's Hauptziel ist es, seine Vintage Ports jeweils in der Tradition und Güte der vergangenen Generationen zu erschaffen.
Im 20. Jahrhundert hat Warre's nur 27 Vintage Port Jahrgänge hergestellt.